Großes Ostdeutschlandfinale in Berlin

Letzte Publikumsshow dieser Saison im Festsaal Kreuzberg

Großes Ostdeutschlandfinale in Berlin

Emergenza Festival 07/18/2018 Review Bandcontest Newcomercontest

Auch in Berlin neigt sich die Saison dem Ende zu. Während in allen anderen Regionen Deutschlands die Finalisten bereits feststehen, ging es an diesem Abend darum, die letzte Band für das große Deutschlandfinale am 27.72018 zu finden. Gleichzeitig feierten wir unser Debut im Festsaal Kreuzberg und müssen sagen – eine wunderschöne Location mit viel Charme! Die Bands und auch das Publikum waren begeistert und so feierten wir einen tollen Abschluss mit großartiger und abwechslungsreicher Musik. Leider konnten wir nur eine Band in die nächste Runde schicken, dennoch gab es für all die anderen Bands auch tolle Preise zu gewinnen.

Bando eröffneten den Abend mit ihrer eindrucksvollen Show. Sie machten mächtig Druck und sorgten gleich zu Beginn für eine gute Partystimmung. Auch die Jury war überzeugt, so gefiel ihr die Originalität und das Konzept hinter der Truppe. Die Songs sind abwechslungsreich und reichlich bestückt mit Steigerungen und ruhigen Parts. Verbesserungswürdig sind sowohl die Interaktionen untereinander als auch mit dem Publikum. Zudem hätte das Konzept des Bühnenoutfits konsequenter umgesetzt werden können. Mit 84 Publikumsstimmen (4.Platz) landeten sich in der Jurywertung und erreichten am Ende den 5.Platz und gewannen K&M Stands.

Two Doors To 69 betraten als Nächstes die Bühne. Die Pop Punker machten von Anfang an mächtig Druck und präsentierten Songs zum Mitgrölen und Feiern. Der Jury gefiel vor allem die Drums und einige Parts, die mehrstimmig gesungen wurden. Insgesamt erachteten sie die Songs als in Ordnung. Hier und da war der Bass etwas schleppend, zudem hätte man mit zwei Gitarren mehr rausholen können. Die unisono Parts gefielen mitunter eher weniger – lieber auf Zweistimmigkeit setzen. Die Band landete mit 71 Publikumsstimmen auf dem 6.Platz und konnte sich leider nicht für die Jurywertung qualifizieren.

Mit Fat Kahoona folgte nun die zweite rein instrumentelle Band des Abends. Sie verpflichten sich dem Surf Rock und spielten tanzvolle und dem Genre treue Songs. Der Jury gefiel ihre Originalität und das Songwriting. Die Band hat viele Ideen und wird nicht langweilig. Hier und da fehlt dann doch noch die Tightness, zudem können die Musiker ruhig etwas „mehr Spaß“ auf der Bühne haben – also die Musik auch auf der Bühne mehr leben und das auch zeigen! Die Minichoreografie beim Coversong gefiel, das hätten sie auch gerne bei den eigenen Songs gesehen. Auch sie landeten mit 71 Publikumsstimmen auf dem 6.Platz und konnten sich nicht für die Jurywertung qualifizieren.

The Exception drehten nun wieder ordentlich an der Lautstärke und präsentierten American Highschool Rock. Der Jury gefiel vor allem die Performance des Drummers, der tight seine Beats spielt und auch auf der Bühne eine gute Präsenz hat. Ebenso gefiel die Frontfrau, die selbstbewusst und sehr guter Stimme charakteristisch für die Band ist. Der Gitarrist spielt zwar fette Riffs und fährt einen guten Sound, könnte aber weniger auf sein Griffbrett schauen und mehr mit seinen Bandkollegen und mit dem Publikum interagieren. Mit 61 Publikumsstimmen landeten sie auf dem 9.Platz und konnten sich nicht für die Jurywertung qualifizieren.

III Is A Crowd ließ es nun etwas ruhiger angehen. Die Jungs aus Leipzig haben es bereits weit geschafft und überzeugten auch an diesem Abend das Publikum mit ihrem Rock/Pop. Die Jury lobte die gute Präsenz des Sängers, sowie die Outfitwahl. Besonders die Stimme gefiel und auch die Gesangsmelodien der einzelnen Songs. Auch das Songwriting empfand die Jury als gut. Ausbaufähig sind die Parts zwischen den Songs, was die Ansagen an das Publikum angeht. Auch kann die Interaktion zwischen den Musikern noch verbessert werden. Mit 60 Publikumsstimmen landeten sie auf dem 10.Platz und konnten sich nicht für die Jurywertung qualifizieren.

Near The Abyss zeigten nun, wie man ordentlichen Metalcore macht. Die Jury lobte die Präsenz des Sängers auf der Bühne. Das Zusammenspiel der Musiker war sehr gut und stimmig. Die Juroren erachteten die Stimme und generell den Gesangspart sehr gut. In einigen Momenten schien jedoch der Gesang „zu hart“ für ihn zu sein. Gerne hätten sie noch eine zweite Stimme gehabt. Der Gesamteindruck ist gut, schaut man sich die einzelnen Musiker an gibt es hier und da noch einige Schwächen und Stellschrauben, an denen gedreht werden müssen. Mit 102 Publikumsstimmen (4.Platz) konnten sie sich für die Jurywertung qualifizieren und erreichten am Ende den vierten Platz und gewannen K&M Stands.

Mit Jan Pain folgte nun eine noch sehr junge Truppe, die aber einiges an guten Songs aufzufahren hat. Die Jury zeigte sich begeistert von diesen jungen Musikern, die (und das ist absolut positiv gemeint!) für ihr Alter mächtig was drauf haben, von denen sich viele andere Bands eine ordentliche Portion abschneiden sollten. Sie haben großes Potential, die Texte als auch die Performance gefielen von Anfang an. Ihre Songs sind absolut radiotauglich und mit etwas mehr Erfahrung können sie auch deutlich größere Bühnen bespielen. Mit 86 Publikumsstimmen (3.Platz) konnten sie sich für die Jurywertung qualifizieren und erreichten am Ende auch den dritten Platz nach Jury. Sie gewannen einmal Steinberg Cubase Elements 9.5.

Pat & Bell zeigten nun, wie sich Country Rock im Jahre 2018 anzuhören hat. Auch bei Ihnen stimmte vieles von Anfang bis Ende. Sie performten gute Songs, die lange im Ohr hängen bleiben. Die Stimmen sind perfekt und harmonieren sehr gut miteinander. Auch die Präsenz auf der Bühne und die Interaktion mit dem Publikum war stimmig. Ein Rundum guter Auftritt, der für Stimmung und Spaß beim Publikum sorgte. Bei all den Lobesworten gibt es dennoch einen wichtigen Kritikpunkt, der der Jury sehr wichtig ist: Sie sollten aufpassen, nicht auf eine Art professionell zu sein, die unauthentisch wirkt und zu sehr danach ausgelegt ist, ein Programm – so gut dieses auch sein mag – perfekt abzuarbeiten. Mit 81 Publikumsstimmen (5.Platz) konnten sie sich für die Jurywertung qualifizieren und erreichten am Ende den zweiten Platz. Sie gewannen einen Auslandsgig sponsored by Firestone.

Mrs. Goat betraten nun die Bühne und ab diesem Moment wurde es heftig. Mit ihrem Intro sorgten sie bereits für einen Gänsehautmoment und was in den darauffolgenden 25 Minuten kam, war nur noch eins: heftig. Um die Stimmung und ihre Performance zu beschreiben, reichen eigentlich folgende Aussagen der Jury: „festivaltauglich“ – „fett“ – „next Level shit“. Mit 108 Publikumsstimmen (1.Platz) qualifizierten sie sich natürlich für die Jurywertung und erreichten den ersten Platz. Sie konnten sich gegen viele Bands der Saison durchsetzen und spielen somit im großen Deutschlandfinale am 27.07.2018 im SO36 und haben die Chance, die Fachjury, bestehend aus Vertretern von Warner und Sony, von sich zu überzeugen und auf dem Weltfinale auf dem Taubertal-Festival zu spielen.

Deeper Than Fear folgten mit ihrem Melodic Hardcore. Sie kamen bereits mit einem Handicap zu ihrer Show, denn sie mussten ohne ihren Sänger auskommen. Dennoch haben sie dieses Defizit gut mit ihrem Bassisten und Gitarristen ausgleichen können. Der Jury gefiel ihre Präsenz und das starke Auftreten der Band. Das Zusammenspiel war sehr solide und sie beschrieben sie als „festivaltauglich“. Nicht ohne Grund hatten sie die Möglichkeit auf dem diesjährigen Hurricane Festival auf der Firestone Bühne zu spielen. Mit 69 Publikumsstimmen landeten sie auf dem achten Platz und konnten sich leider nicht für die Jurywertung qualifizieren.

Mit Adam Wendler folgte der einzige Solokünstler des Abends. Der gebürtige Kanadier lieferte ein stimmiges Set mit Songs, die definitv ohrwurmcharakter haben ab. Die Jury lobte vor allem die sehr gute und charakteristische Stimme, die einen großen Wiedererkennungswert hat. Die Songs sind durchweg sehr gut geschrieben, die Texte sehr erfrischend. So gut die Musik und die Performance auch ist, hat die Jury Schwierigkeiten damit, sich ihn auf einer großen Bühne, wie z.B. dem Taubertal Festival, vorzustellen – da fehlt dann doch einfach eine Band, die ihn komplettiert. Mit 39 Publikumsstimmen landetet er auf dem 11.Platz und konnte sich leider nicht für die Jurywertung qualifizieren.

Tropical Ambition waren nun an der Reihe und performten soliden Rock. Die gebürtigen Brasilianer machten stimmungsvolle Musik mit prägnanter Stimme. Auch der Jury gefiel die Band, dennoch fehlte ihr das gewisse Etwas. Die Band hört man sich gut und gerne an, doch es bleibt nichts hängen. Mit 23 Publikumsstimmen landeten sie auf dem 13.Platz und konnten sich leider nicht für die Jurywertung qualifizieren.

Mit Animi Vox folgte die letzte Band des Abends und war sozusagen der Headliner. Die Jungs hatten bereits einen Auftritt hinter sich und kamen praktisch aus dem Flieger direkt auf die Bühne. Sie performten ein Set, das es in sich hatte. Vor der Bühne war es zu so später Stunde leider schon recht leer, doch die Jungs schafften es, während ihres Sets noch sämtliche Menschen vor der Bühne zu versammeln und mit ihnen ordentlich abzureißen. Auch die Jury war durchweg überzeugt und hätte sehr gerne die Band als Sieger des Tages gekührt. Mit 34 Publikumsstimmen landeten sie leider auf dem 12.Platz und konnten sich somit nicht für die Jurywertung qualifizieren. Dennoch erhielten sie von der Jury den Jurypreis und gewannen Steinberg Cubase Artist 9.5.

Das Voting

Das Publikum hatte die Qual der Wahl: Sie stimmten per QR-Code für mindestens zwei und maximal zwölf Bands ab und konnten entscheiden, welche Bands in die Jurywertung kommen. Die fünf besten Bands nach Publikum zogen in die Jurywertung ein – zusätzlich kamen alle Bands automatisch in die Jurywertung, die mindestens 60 Tickets verkauft haben.

Zunächst das Ranking nach Publikum:

1.Platz: Mrs.Goat (108 Publikumsstimmen)

2.Platz: Near The Abyss (102 Publikumsstimmen)

3.Platz: Jan Pain (86 Publikumsstimmen)

4.Platz: Bando (84 Publikumsstimmen)

5.Platz: Pat & Bell (81 Publikumsstimmen)

6.Platz: Two Doors To 69 & Fat Kahoona (71 Publikumsstimmen)

8.Platz: Deeper Than Fear (69 Publikumsstimmen)

9.Platz: The Exception (61 Publikumsstimmen)

10.Platz: III Is A Crowd (60 Publikumsstimmen)

11.Platz: Adam Wendler (39 Publikumsstimmen)

12.Platz: Animi Vox (34 Publikumsstimmen)

13.Platz: Tropical Ambition (23 Publikumsstimmen)

Hier nun die Auflistung der Bands, die sich für die Jurywertung qualifiziert haben (besten fünf Bands nach Publikum + Bands mit min. 60 Ticketverkäufen):

Top fünf Bands:

  • Mrs.Goat (108 Publikumsstimmen)
  • Near The Abyss (102 Publikumsstimmen)
  • Jan Pain (86 Publikumsstimmen)
  • Bando (84 Publikumsstimmen)
  • Pat & Bell (81 Publikumsstimmen)

Bands mit min. 60 Ticketverkäufen:

  • keine zusätzliche Band qualifiziert

Es standen also fünf Bands in der Jurywertung. Nun galt es für die Jury, ein Ranking festzulegen und zu entscheiden, welche Platzierung welche Band erhalten soll. Es wurde heftig diskutiert und die Entscheidung ist der Jury nicht leichtgefallen. Nach 45 langen Minuten gab es ein Ergebnis, mit dem alle Jurymitglieder zufrieden sein konnten.

Hier nun das Endresultat des Abends:

1.Platz + Publikumssieger: Mrs.Goat Preis: Einzug ins Deutschlandfinale am 27.07.18 in Berlin sowie einen Gutschein für 50 Shirts bei Monster-Merch

2.Platz: Pat & Bell Preis: Auslandsgig sponsored by Firestone

3.Platz: Jan Pain Preis: Steinberg Cubase Elements 9.5

4.Platz: Near The Abyss Preis: K&M Stands

5.Platz: Bando Preis: K&M Stands

Jurypreis: Animi Vox Preis: Steinberg Cubase Artist 9.5

Ich möchte allen danken, die diese Show möglich gemacht haben, vielen Dank auch an den Festsaal Kreuzberg und natürlich ein großes Dankeschön an das Publikum! Es war eine schöne und aufregende Saison voller spannender Bands und interessanter Musik. Ein großes Dankeschön auch an unsere vier Jurymitglieder: Ravel Rockshoe (Produktmanager Die Ärzte), John Fhabi Cro (Berlins Neue Talente), Robin Wulff (Produzent, Manager Eveline) und Dominik Ziebarth (Booking Rocktreff).

Wir sehen uns hoffentlich in der nächsten Saison wieder!

Euer Emergenza-Team

ANMELDEN