Semifinale Nr.2 in Berlin

Marathonauftakt im SO36

Semifinale Nr.2 in Berlin

Emergenza Festival 06/05/2018 CONCERT Review

Man nähert sich dem Wochenende, die Leute werden entspannter und ausgelassener. So lassen sich an diesem Donnerstagabend auch schon einige mehr aus dem Haus locken, die sich diese neun Bands des Abends ansehen wollen. Die Zuschauer bekamen ein abwechslungsreiches Programm geboten, mit zwei Special Guests zum Abschluss des Abends. Hier nun der Konzertbericht und die Ergebnisse dieses Semifinales Nummer 2.

 

Lapwings eröffneten den Abend und starteten mit entspanntem Rock, welcher viele unterschiedliche Klänge parat hatte und so für eine besondere Atmosphäre sorgte. Ihr gutes Zusammenspiel unterstrich ihre Leidenschaft und machten Lust auf mehr.

Do Dirt Die ließen es lauter und schneller angehen. Das Trio mit starker Frontfrau hatten mächtig Spaß auf der Bühne und versprühten mindestens genauso viel Spaß im Publikum. Ihr ordentlicher Mix aus Grunge und Punk klingelte auch nach ihrem Gig noch lange in den Ohren.

Bei Jan Pain wurde es sehr voll vor der Bühne. Die jungen Musiker mit charismatischem Frontsänger boten authentische und abwechslungsreiche Songs. Hier und da meint man, ein oder zwei bekannte Bands wiederzuerkennen, doch ziemlich schnell drang auch wieder ihr eigener und unverkennbarer Stil durch. Ihre Performance war sehr gut, die Unterstützung ihrer Fans noch besser.

Die Blacksticks ließen es wieder härter angehen. Fette Riffs, druchdringende und antreibende Beats – ein gutes Rezept für ordentlichen Rock. Den sehr konzentrierten Musikern fehlt noch die nötige Interaktion mit dem Publikum, ansonsten sind sie auf einem sehr guten Weg.

Pat & Bell brachten frischen Wind in den Abend. Ihr Country Rock war geprägt von guter Stimmung, tanzbaren und abwechlungsreichen Songs. Besonders hervorzuheben ist die Stimme der Frontfrau – klar und doch kräftig und charakteristisch mit hohem Wiedererkennungswert. Sie hatten sichtlich Spaß auf der Bühne und lieferten eine Performance ab, der man noch viel länger hätte zusehen können.

Octavo Par war eine sehr interessante Band. Sie waren technisch definitv am kompliziertesten auf der Bühne unterwegs – es grenzt an ein Wunder, dass die Musiker bei all den Geräten und Kabeln noch den Überblick bewahren. Doch was sie mit der ganzen Technik anstellen, ist bemerkenswert. Ein interessanter Mix aus elektronischer und handgemachter Musik. Ihre Songs waren sehr ausgefeilt und wohl durchdacht. Sogar auf verschiedenen Sprachen wurde gesungen. Das Publikum war wie wir, sehr begeistert.

Hinsetzen Pause war die letzte Band, die im Wettbewerb antrat. Organisatorisch sicherlich ausbaufähig boten sie jedoch auf der Bühne eine Performance, die ein Statement war. Sie verstanden ihr Handwerk sehr gut, das Front-Duo war sehr gut aufeinander abgestimmt und bot einen interessanten Mix aus Gesang und Rap. Sie hatten Flow, die vielen Samples konnten jedoch die fehlenden Musiker und Instrumente nicht ersetzen.

Während das Publikum nun ihre Stimmen abgab, versorgten wir die Zuschauer während der Wartezeit mit Musik aus anderen Emergenza-Städten.

Myrtus Creed machten den Anfang. Die Hamburger Band aus dem Artistpool präsentierte atmosphärischen Rock. Die technisch versierten Musiker zeigten, dass sie ihr Fach verstehen. Die Leidenschaft war im Gesang deutlich zu spüren. Abwechslungsreiche Songs, doch stets mit Wiedererkennungswert. Wieder eine neue coole Band kennengelernt. Vielen Dank fürs Spielen!

Den Abschluss des Abends machten Ancorae. Die Düsseldorfer gewannen diesen Gig in der letzten Saison im Westdeutschlandfinale. Sie schlugen nochmal die härtere Richtung ein. Technisch sehr gut, mit starker Stimme. Der Drummer war stets on point und das Zusammenspiel zwischen den Musikern zeigt, dass sie ein sehr gut eingespieltes Team sind.

Das neue Votingsystem im Semifinale Berlin

Das Publikum votet mithilfe ihres QR-Codes für mindestens zwei und maximal sechs Bands. Parallel vergibt eine zweiköpfige Jury ebenfalls Punkte in den folgenden Kategorien: Songqualität, Gesang/Stimme, Spieltechnik, Show und Gesamteindruck mit jeweils max. 10 Punkten. Die Punkte des Publikums + Jurypunkte ergeben die Gesamtpunkte, nach denen ein Ranking erstellt wird. Aus den besten vier Bands nach Gesamtpunkten wählt die Jury zwei Bands aus, die in das Regionalfinale Berlin einziehen.

Am heutigen Abend saßen in der Jury: Sebastian und Björn vom Rocktreff in der Weißen Rose

Die Ergebnisse des heutigen Abends:

Ranking nach Publikumsstimmen + Jurystimmen (pro Jurykategorie max. 20 Punkte (10 pro Juror))

Bandname

Song Qualität

Gesang / Stimme

Spieltechnik

Show

Gesamt-eindruck

Summe Jury

Publikums-vote

Publ.+Jury

Ranking
Jury+Publikum

Jan Pain

19

19

18

15

17

88

96

184

1

Pat & Bell

17

18

16

16

17

84

48

132

2

Octavo Bar

16

15

15

13

15

74

51

125

3

Hinsetzen Pause

20

19

19

19

18

95

27

122

4

Lapwings

16

12

16

12

16

72

45

117

5

Do Dirt Die

13

14

12

14

13

66

43

109

6

Blacksticks

17

15

16

16

15

79

29

108

7

 

Erläuterungen

  1. Song Qualität
    • Songwriting, Arrangement
  2. Gesang / Stimme
    • Qualität, Eigenständigkeit, evtl. auch engl. Aussprache. Bei Rap auch Reim und Flow. Bei Instrumentalbands wird Spieltechnik doppelt bewertet, bzw. kann diese Rubrik für das Soloinstrument stehen.
  3. Spieltechnik
    • technical Skills, instrumentale Beherrschung, Zusammenspiel, Solis
  4. Show
    • Bühnenperformance, Ansagen, Interaktion mit dem Publikum, (Bühnenkleidung - kann evtl. auch in 5. einfließen)
  5. Gesamteindruck
    • Charisma, Authentizität, Innovation, Eigenständigkeit, Potential

Jurysieger

Die Jury hatte die Qual der Wahl und wählte aus den besten vier Bands zwei Bands aus, die in das Regionalfinale Berlin einziehen sollen. Sie entschieden sich für Jan Pain und Pat & Bell!

Herzlichen Glückwünsch an die beiden Gewinner und allen Bands vielen Dank fürs Spielen. Schaut euch das Regionalfinale am 14.07.18 im Festsaal Kreuzberg in Berlin auf jeden Fall an – es lohnt sich.

Vielen Dank an das SO36 und die Crew!

 

Autor: Florian Radke

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