Semifinale Nr.4 in Berlin

Rock am Ring oder Emergenza?

Semifinale Nr.4 in Berlin

Emergenza Festival 06/05/2018 CONCERT LIVEGIG Review

Höhepunkt der Emergenza-Semifinals. Besucherzahlenmäßig ok, da hätte noch mehr gehen können, aber vielleicht haben wir auch einfach gegen das Rock am Ring verloren, was dieses Wochenende stattfand. Stimmungsmäßig auf jeden Fall konkurrenzfähig mit dem gestrigen Showtag. Hier der Konzertbericht und die Showergebnisse:

Spitted Blood eröffneten diesen Showabend. Die zweite Magdeburger Band machte es ihren Kollegen Deadly Sin, die am Vorabend spielten, gleich und feuerten dem Publikum ihren Metal nur so um die Ohren. Lautstarker Auftakt für einen abwechslungsreichen Abend. Technisch gewohnt top, präsentierten sie ein solides Set mit charakteristischem Frontmann.

Als nächstes folgte Wired Chill. Das Oufit der Sängerin schien hier und da zu verwirren, musikalisch boten sie ein solides Set aus klassischem Rock. Hier und da noch etwas unpräzise, wirkten sie leicht unkonzentriert. Dennoch zeigten sie Leidenschaft und gute Ansätze für großartige Songs.

Gäbe es einen Preis für das ausgefallenste Outfit hätten Bluebottle Jinx ihn definitiv verdient. Die drei Mädels legten eine Performance hin, die uns alle sehr lange im Gedächtnis bleibt. Sie boten etwas völlig anderes und gleichzeitig spannendes, dass ihre Musik einfach nur sehr interessant und speziell ist. Wir können nur sagen: sie bedienen ein Genre, dass es so vielleicht noch nicht gibt und genau das sollen sie weitermachen und sich treu bleiben. Denn selten haben wir eine Band gesehen die mit solch einer Authentizität und Leidenschaft ihr Genre (wie auch immer dieses Genre heißt) bedient, wie diese Band.

The Cool Tubes ließen nun wieder die Verstärker dröhnen und die Drums krachen. Alternative Rock gabs auf die Ohren und das nicht zu kurz. Fette Riffs und gute Stimme waren hier die zentralen Punkte. Dem Drummer fehlte noch hier und da der nötige Drive und die Präzision. Insgesamt ein solider Auftritt mit gutem Potential.

Mit Near The Abyss gab es astreinen Metalcore zu hören. Der Sänger legte von Anfang an sämtliche Energie und Leidenschaft in die Stimme. Die Musiker waren perfekt aufeinander abgestimmt und es machte sehr viel Spaß ihnen zuzusehen. Erstklassige Performance!

Als nächstes folgten Mrs. Goat. Die Musiker präsentierten nach einem dramaturgisch guten Intro lauten, schnellen und einfach geilen Alternative Rock. Das Publikum ging ab – sehr verständlich bei diesen sehr gut geschriebenen Songs.

Gray eröffnete nun den HipHop-Part des Abends. Gute Beats und interessante Lyrics sind die Zutaten seines Auftritts. Die Menge war begeistert – eine willkommene Abwechslung zum rockigen Abend.

Janco hatte es auf der Bühne sehr eilig, wollte er sich doch lieber selbst per erstem Song ankündigen statt von der Moderatorin. Die deepen Lyrics, die erfrischend anders sind, als aus gängigen HipHop-Tracks waren bei diesem Act besonders charakteristisch. Das Set bestand aus abwechslungsreichen Songs samt Feature. Dass er sich auf der Bühne wohlfühlt, war sofort zu sehen. Die Interaktion mit dem Publikum ging leicht von der Hand. Es gab sogar einen halben Stagedive zu sehen.

Um die Wartezeit auf die Siegerehrung zu versüßen gab es mit The Chap einen souligen Abschluss des Abends. Die Bochumer zeigten, wie man im Ruhrpott echten Soul produziert. Die neunköpfige Truppe samt Bläsern und Backroundsängerinnen genossen ihren Auftritt und sorgten beim Publikum nochmal für richtig Stimmung. Vielen Dank fürs Spielen und viel Glück im Regionalfinale in Köln!

Das neue Votingsystem im Semifinale Berlin

Das Publikum votet mithilfe ihres QR-Codes für mindestens zwei und maximal sieben Bands. Parallel vergibt eine zweiköpfige Jury ebenfalls Punkte in den folgenden Kategorien: Songqualität, Gesang/Stimme, Spieltechnik, Show und Gesamteindruck mit jeweils max. 10 Punkten. Die Punkte des Publikums + Jurypunkte ergeben die Gesamtpunkte, nach denen ein Ranking erstellt wird. Aus den besten vier Bands nach Gesamtpunkten wählt die Jury zwei Bands aus, die in das Regionalfinale Berlin einziehen.

Am heutigen Abend saßen in der Jury: Fido (Konzerveranstalter, Melt! Booking) und Julia vom Rocktreff in der Weißen Rose

Die Ergebnisse des heutigen Abends:

Ranking nach Publikumsstimmen + Jurystimmen (pro Jurykategorie max. 20 Punkte (10 pro Juror))

Bandname

Song Qualität

Gesang / Stimme

Spieltechnik

Show

Gesamt-eindruck

Summe Jury

Publikums-vote

Publ.+Jury

Ranking
Jury+Publikum

Near The Abyss

18

17

19

15

18

87

147

234

1

Mrs. Goat

17

16

16

15

17

81

121

202

2

Bluebottle Jinx

16

11

13

18

16

74

70

144

3

Spitted Blood

13

14

14

8

13

62

58

120

4

Janco

15

16

14

15

14

74

33

107

5

WiredChill

14

12

18

12

12

68

32

100

6

The Cool Tubes

11

12

13

9

11

56

42

98

7

Gray

15

14

15

11

13

68

29

97

8

 

Erläuterungen

  1. Song Qualität
    • Songwriting, Arrangement
  2. Gesang / Stimme
    • Qualität, Eigenständigkeit, evtl. auch engl. Aussprache. Bei Rap auch Reim und Flow. Bei Instrumentalbands wird Spieltechnik doppelt bewertet, bzw. kann diese Rubrik für das Soloinstrument stehen.
  3. Spieltechnik
    • technical Skills, instrumentale Beherrschung, Zusammenspiel, Solis
  4. Show
    • Bühnenperformance, Ansagen, Interaktion mit dem Publikum, (Bühnenkleidung - kann evtl. auch in 5. einfließen)
  5. Gesamteindruck
    • Charisma, Authentizität, Innovation, Eigenständigkeit, Potential

Jurysieger

Die Jury hatte die Qual der Wahl und wählte aus den besten vier Bands zwei Bands aus, die in das Regionalfinale Berlin einziehen sollen. Sie entschieden sich für Near The Abyss und Mrs.Goat!

Herzlichen Glückwünsch an die beiden Gewinner und allen Bands vielen Dank fürs Spielen. Schaut euch das Regionalfinale am 14.07.18 im Festsaal Kreuzberg in Berlin auf jeden Fall an – es lohnt sich.

Vielen Dank an das SO36 und die Crew!

 

Autor: Florian Radke

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